TALSPERRE MIT LANGER GESCHICHTE
Als Grenzfeste zwar bereits auf österreichischem Boden ist Finstermünz
seit jeher eng mit der Geschichte des Unterengadins verknüpft und verdient
es hier erwähnt zu sein.
Fünf Kilometer unterhalb Martina in einer schluchtartig eingeschnittenen
Talsohle - auf Tiroler Boden - liegen die erhalten gebliebenen Gemäuer der
ehemaligen Zollburg und Festung Altfinstermünz, welche im Mittelalter
entstanden ist.
Eine natürliche Talsperre war die Schlucht aber bereits zur Römerzeit.
Wegen der Zwistigkeiten mit den Engadinern und als Zollstation hatte Finstermünz grosse strategische Bedeutung.
Der gesamte Verkehr vom Vinschgau ins Engadin und Tirol musste einst durch die 5-geschossige turmartige
Strassensperre über die Brücke (den Finstermünzpass).
Im 18. Jahrhundert wurde der Zoll nach Martinsbruck (Martina) verlegt und 1854 wurde die Strasse nach Nauders
erbaut, so dass Finstermünz seine Bedeutung als Grenzfestung verlor.
Hier bei Finstermünz führte die 46 n.Chr. erstellte antike römische Strasse, Via Claudia Augusta, von der Adria her-
kommend über die Holzbrücke dem Inn entlang weiter bis zur Donau.
Diese erste Strassenverbindung von Süd- und Nordeuropa war damals von grosser Bedeutung,
bis die Brenner-
Strasse erbaut wurde, danach verlor sie an Wichtigkeit.
Der heutige Innwanderweg von Martina nach Pfunds ist ein Teilstück der 500km langen historischen Via Claudia
Augusta.