Faszination Unterengadin

  Der ROTHIRSCH - imposant und geheimnisvoll

Der Rothirsch ist nach dem Elch die grösste Hirschart Europas.
Ausgeprägtes Kennzeichen der männlichen Tiere ist das Geweih, welches ein Gewicht von bis zu 20kg haben kann.

Die Stiere (Männchen) leben - ausgenommen während der Brunftzeit - in männlichen Rudeln. Die Kühe (Weibchen) hingegen, leben meist in Rudeln mit anderen Kühen, Kälbern und Jungtieren des Vorjahres zusammen.

Erstmals im 2. Lebensjahr wächst dem Stier das Geweih, welches einerseits Imponier- und andererseits Kampfwerkzeug ist.
Jedes Jahr im Februar wird es abgeworfen und zwischen März und Juli neu aufgebaut.

   In den Sommermonaten leben viele Hirsche im Nationalpark bis nach der Brunftzeit.
   Die Brunft der Rothirsche im September bis anfangs Oktober ist ein gewaltiges, lautstarkes Spektakel.
   Kämpfe um die Gunst der Kühe, lautes Röhren zur Verteidigung des "Harems" und laufendes Bemühen bei den Kühen
   sind die täglichen Kraftakte der Stiere. Diese kommen dabei kaum dazu sich auszuruhen oder Nahrung aufzunehmen.
   Erhebliche Gewichtsverluste sind nicht ungewöhnlich.

   Nach der Brunft verlassen alle Hirsche den Park und wandern zur Überwinterung an die Sonnenhänge des Engadiner
   Haupttals, des Val Müstair und des Vinschgau.

   Das REH - kleinstes einheimisches Huftier

Rehe leben eher als Einzelgänger während der Brunft im Juli/August und der Setzzeit, über den Winter jedoch gesellig in Gruppen.
Auch beim Reh trägt nur der Bock (Männchen) ein Geweih, welches jeden Herbst abgeworfen und bis zum nächsten Frühling wieder aufgebaut wird.

Durch die seitliche Augenstellung besitzt das Reh ein relativ grosses Sehfeld und kann Bewegungen sehr gut wahrnehmen. Seine Hinterläufe sind länger als die vorderen, was die Flucht in weiten Sätzen ermöglicht.

Rehe sind wie die Hirsche Pflanzenfresser und Wiederkäuer.
Rehe wechseln zweimal jährlich ihr Fell: April - Juni ins rötliche Sommerfell, September/Oktober ins graubraune Winterfell.

   Im Winter können die Geschlechter anhand des Spiegels, dem weissen Feld am Hinterteil, unterschieden werden:
   Beim Bock ist er nieren-, bei der Geiss herzförmig. Rehe haben keinen sichtbaren Schwanz.

   Im Unterengadin bewohnen sie als Lebensräume Wälder mit Boden- und Jungbewuchs und Lichtungen.

   Die Geiss (Weibchen) hat eine ungewöhnlich lange Tragzeit. Nach der Brunft im Sommer werden die Kitze erst im
   Mai-Juni des nächsten Jahres geboren. Dies ergibt sich, weil die Keime erstmals frei beweglich in der Gebärmutter
   verbleiben und sich erst im Dezember/Januar in die Gebärmutterwand einnisten.
   Vermutlich ist dies eine Anpassung an die Jahreszeiten.