Faszination Unterengadin

MERKMALE
Die Lärche gehört in die Familie der Kieferngewächse, kann Höhen bis zu 50m und ein Alter von gut 600 Jahren erreichen.
Die Nadeln sind beim Austrieb hellgrün und werden bis im Sommer dunkler.
Sie stehen in Büscheln mit 20 bis 40 Nadeln an kurzen Trieben.

Die Lärche ist einhäusig, d.h. weibliche und männliche Blüten kommen auf einem Baum vor. Blütezeit ist zwischen März und Mai. Die männlichen Blüten sind eiförmig, 5-10 mm lang, gelb und hängend, während die weiblichen Blüten aufrecht stehen und rosa- bis dunkelrot sind.
Sie können zu unverwechselbaren Baumpersönlichkeiten heranwachsen.

Im Oktober beginnen sich die Nadeln goldgelb zu verfärben und werden immer braungelber, bis sie im Spätherbst schliesslich abfallen.
Jedoch ist Beginn und Dauer der Verfärbungsphase je nach Standort unterschiedlich.
Der Abwurf der Nadeln vor dem Winter verringert die Verdunstung und verhindert so ein Vertrocknen des Baumes.
Die Lärche ist der einzige einheimische Nadelbaum, der im Winter «nackt» da steht.

Die Vergoldung der Engadiner Wälder ist ein einmaliges Schauspiel und Erlebnis.
VORKOMMEN
Die Lärche ist sehr lichtbedürftig. Sie verträgt sowohl Temperaturen von bis zu -40°C als auch hochsommerliche Hitze. Ihre Nährstoff- und Wasseransprüche sind nicht hoch. Sie bevorzugt aber - wie jeder Waldbaum - lehmige Böden. Sie liebt frische, gut belüftete Standorte.
Zusammen mit der Zirbelkiefer bildet sie den typischen Arven-Lärchenwald im Unterengadin.
Obwohl sie ein Baum der höheren Lagen ist, kommt sie vereinzelt auch im Mittelland vor.

 ENGADIN-TYPISCHER SCHÄDLING
 Alle 8-10 Jahre findet im Engadin beim Grauen Lärchenwickler eine Massenvermehrung statt, bei der die Lärchen
 kahlgefressen werden. Anzeichen für den Befall ist eine Verfärbung der Nadeln bereits im Sommer.
 Die Photosynthese findet nur noch sehr eingeschränkt statt und das Wachstum des Baumes stagniert.
 Die Bäume treiben dann im selben Jahr zwar erneut aus, können dann aber keine Nährstoffreserven für's Frühjahr
 bilden.
 So bilden sie dann im folgenden Jahr nur sehr kurze Nadeln.
 NUTZEN
 Das sehr widerstandsfähige, zähe und harzreiche Lärchenholz mit seinen guten Festigkeitseigenschaften ist gut
 bearbeitbar, trocknet schnell und ist kaum empfindlich gegenüber Pilzbefall.
 Verwendung: Bauholz, Türen und Fenster, Schiffbau, Brückenbau, Grubenholz, Masten und Möbel.