Faszination Unterengadin
LAGE/FRAKTIONEN
Sent (1440m), auf einer sonnigen Terrasse über dem Tal ist eine Grenzgemeinde und weist ein ausgedehntes Gemeindegebiet auf. Im Süden zieht es sich bis zur italienischen Grenze hin und im Norden grenzt es an das österreichische Paznaun.
In diese Nachbarländer führen die auf Senter Boden liegenden Passübergänge: Passo di Slingia vom Val d'Uina ins Vinschgau und der Fimberpass vom Val Sinestra ins Tirol.
Zur Gemeinde Sent gehören die Fraktionen Crusch an der Engadinstrasse, Sur En auf der anderen Innseite am Val d'Uina, Sinestra und Zuort im hintersten Val Sinestra.
TYPISCHES: Häuser, Brunnen, Sgraffito...
Speziell fallen in Sent die unterschiedlichen Stilformen bei den Häusern auf: neben typisch engadinischen Formen sind auch Häuser mit geschweiftem Dachgiebel, eine barocke Form, vorhanden und andere wieder im klassizistischen Stil. Diese Stile brachten in Italien arbeitende Einheimische Ende des 18. Jh. ins Engadin ein.
Da die geschweifte Giebelfom zwar vereinzelt auch in anderen Dörfern vorkommt, aber nirgends so stark vertreten ist wie in Sent, nennt man sie «Senter Giebel».
Sent ist reich an wunderbaren, zum Teil sehr alten Engadiner-Häusern mit faszinie-
renden Details wie Erkern.
RUND UM'S DORF
Die Kirche St. Lorenz im romanischen Stil ist ebenfalls speziell, da sie einen Turm in neugotischem Stil besitzt. 1899 wurde der alte Turm durch diesen ersetzt.
Die auf einem Felsvorsprung thronende Ruine der Kirche San Peder ist seit 1856 in Privatbesitz. Nur der romanische Turm der seit Reformation verfallenen Kirche ist erhalten geblieben. Besichtigung möglich, Auskunft bei Sent Tourismus.
Eine Attraktion von Sent stellt der «Parkin Not dal Mot» an der Westseite des Dorfes dar. Der weltweit bekannte Künstler aus Sent, Not Vital, stellt hier seine Werke wie Bilder, Graphiken, Plastiken und Skulpturen aus verschiedenen Materialien aus.
Gegenüber dem Dorf Sent auf der anderen Innseite liegt das Val Vallorcha mit «La Foppa», wo bizzarre Felstürme aus den Bäumen ragen, welche aus Raibler-Dolomit bestehen (Kalkgestein) - das Werk von Verwitterung und Erosion.
Zugang von Scuol via P San Jon oder Pradella.
Im Raume Scuol-Tarasp-Ftan-Sent entspringen über 20 hochwertige Mineral-
wasserquellen verschiedener Zusammensetzung.
Sent liegt an der 2005 eingeweihten Etappe des Mineralwasserweges. Ziel des Weges ist es, das Interesse an der Welt des Mineralwassers zu wecken und Wissen dazu zu vermitteln.
Der Mineralwasserreichtum resultiert aus einer geologischen Besonderheit, dem sog. «Unterengadiner Fenster».
Sur En (dt. über dem Inn), die grösste Fraktion von Sent, am Eingang zum Val d'Uina ist durch eine historische Brücke über den Inn verbunden, welche mit 60,5m Länge zu den längsten befahrbaren Holzbrücken Graubündens gehört.
Der 4-Sterne-Camping vor dem Weiler ist ganzjährig offen und jedes Jahr im Juni findet hier ein Bildhauer-Symposium statt. Hauptberufliche Künstler erstellen dort Skulpturen, welche am Skulpturenweg im Wald von Tramblai und auch in Sur En selbst ausgestellt werden. Der Rundgang ist sehr empfehlenswert und dauert ca.1h.