Faszination Unterengadin

  Der ALPEN-STEINBOCK - horntragender Wiederkäuer aus der Gattung der Ziegen

In den Alpen lebt der Steinbock oberhalb der Waldgrenze bis auf Höhen
von ca. 3500m. Im Winter hält er sich in tieferen Lagen auf.

Der Bock besitzt gebogene Hörner, welche je nach Alter bis zu einem Meter Länge haben können.
Die Geiss hingegen besitzt kurze, nur leicht gebogene Hörner.
Beide Geschlechter haben einen Ziegenbart.

Er ist perfekt an das Leben im Hochgebirge mit den extremen Bedingungen angepasst. So verdankt er seine ausgezeichneten Kletterfähigkeiten den speziell angepassten Hufen. Verhornte Ränder sorgen für Trittfestigkeit und die weichen Innenballen verhindern das Abrutschen.

   Mit den beiden einzeln beweglichen Hufzehen kann sich der Fuss an jede Unebenheit anpassen.

   Im Herbst findet der Fellwechsel statt - das Winterfell hat dichte wollige Unterhaare und lange Oberhaare.
   Brunftzeit: Dezember und Januar; Setztermin: Juni

   Im Unterengadin leben Steinböcke unter anderem am Piz Terza (NP), am Murter (NP), auf Macun (NP),im Val
   Lavinuoz, im Gebiet Val Tasna, am Piz Cotschen, im Val Laschadura, auf ils Cuogns und am Munt Baselgia.

                                                                                                                                                                        

   Die GÄMSE - horntragender Wiederkäuer aus der Gattung der Gämsen (ziegenartige)

Die Gämsen zeichnen sich durch enorme Anpassungsfähigkeiten aus.
Sie leben in alpinen Weiden wie auch in Felsen und besitzen ausgezeichnete Kletterfähigkeiten. Wie beim Steinbock sind auch ihre Hufe speziell ausgestattet. Aussen haben sie harte Ränder und innen weiche, gummiartige Ballen. Damit können sie die kleinsten Felsvorsprünge nutzen.
Im Gegensatz zum Steinbock ist tiefer Schnee weniger ein Problem. Durch Sehnen sind die Hufschalen verbunden und wirken wie ein kleiner Schneeschuh.
Zudem haben sie auch geringeres Gewicht.

Felsen spielen bei den Gämsen eine wichtige Rolle, denn sie sind Zufluchtsort und Ruheplatz.

   Bei den Gämsen haben Bock und Geiss Hörner, welche permanent wachsen. Die der Geissen sind leicht dünner
   und weniger stark gekrümmt wie jene der Böcke.

   Brunftzeit: Dezember / Setztermin: Mai

   Fellwechsel ist im Herbst, wobei die Rückenhaare weiter wachsen und bei den Böcken im Rückenbereich besonders
   lang werden (Gamsbart).
   In der Brunftzeit liefern sich die Böcke oft erbitterte Verfolgungsjagden. Dabei können sie eine Spitzengeschwindigkeit
   von bis zu 50km erreichen.

   Im Unterengadin und im vor allem im Nationalparkgebiet sind Gämsen recht verbreitet zuhause - unter anderem
   ist der Murtaröl ob Zernez ein wahres Gäms-Paradies.

   Im Winter halten sie sich an den früh ausapernden Sonnenhängen oft bis in Talnähe auf.
   Es ist wichtig, sie nicht zu erschrecken oder den Weg zu verlassen, um unnötige Flucht mit Energieaufwand zu
   vermeiden
, was für das Tier zu dieser Jahreszeit verheerend sein kann.