Faszination Unterengadin

LAGE/VERLAUF
Grösstes Seitental gegenüber von Scuol, beginnend nach dem Val Clemgia mit seiner Schlucht. Das Tal verläuft bis nach Tamangur vor dem Pass da Costainas, wo die Clemgia entspringt.
Es liegt nah am Rande des Nationalparks und hat etliche, wunderschöne Seitentäler, zwei davon führen in den Nationalpark: das Val Mingèr und das Val Tavrü.

Im unteren Talabschnitt liegt der Weiler S-charl, die grösste Fraktion von Scuol.

Übergangsmöglichkeiten:
› Mingèrbrücke - Val Mingèr - sur il Foss (2317m) - Val Plavna - Fontana-Tarasp
  oder: sur il Foss - Fuorcla Val dal Botsch (2677m) - Ofenpassstrasse
› Val Sesvenna - Alp Sesvenna - Fora da l'Aua - Rims - Chamanna Lischana - Scuol
› Val Sesvenna - Alp Sesvenna - Fora da l'Aua - Rims - Val d'Uina - Sur En
› Val Sesvenna - Alp Sesvenna - Fuorcla Sesvenna - Sesvennahütte - Passo di Slingia
   - Val d'Uina - Sur En
› S-charl - Alp Plazer - Cruschetta (2296m) - Müstair
› S-charl - Alp Astras - Pass da Costainas - Lü
› S-charl - Alp Astras - Fuorcla Funt. da S-charl - Valbella - Ofenpasshöhe (Süsom Givé)

ZUGANGSROUTEN
Das Tal ist einerseits auf der Fahrstrasse ab Scuol erreichbar, Parkplatz vor dem Dorfe (danach Fahrverbot).
Andererseits gelangt man über die zahlreichen Übergänge auf mehr oder weniger langen Routen ins Tal.

Seit 1969 verkehren in der Sommersaison regelmässig Postautos zwischen Scuol und
S-charl. Im Winter ist das Tal für den Verkehr gesperrt und nur mit Pferdekutsche oder Ski's erreichbar. Zu jeder Jahreszeit kann man aber beim Reitstall San Jon Pferde-
kutschenfahrten buchen und die Fahrt ins Tal romantisch geniessen.

Nach dem Dorf bestehen für ein Stück weit zwei Wegmöglichkeiten: auf der Naturstrasse, welche bis zur Alp Astras führt, oder auf der anderen Seite der Clemgia, auf der Senda da Mulign (Mühlenweg). Die Wege vereinen sich später wieder.

CHARAKTER/BESONDERHEITEN
Im vorderen ebenen Talabschnitt säumen streckenweise steile Wände und Schutthänge das Tal und der ausgeweitete Talboden mit der Clemgia ist mit viel Geröll, Kies und Sand belegt. Nach der Mingèrbrücke sind die Hänge wieder bewaldeter und sanfter.

Im unteren Tal bei der Einmündung des Val Tavrü, erst am Mot Madlain, später auch an anderen Hängen, wurde jahrhundertelang Silber und Blei abgebaut. Eine stillgelegte Silbermine am Mot Madlain kann heute besichtigt werden. Auskunft bei Scuol Tourismus.

Vor dem Dorfe befinden sich die Mauerreste der ehemaligen Bergwerksbetriebe, gegenüber, im einstigen Knappenhaus, das Museum Schmelzra.
                                                                                                                      


Im hintersten Tal befindet sich ein Refugium mit speziellem waldbaulichem, kulturellem und mystischem Charaker:
der «God da Tamangur» (dt: der Wald da hinten) - ein Naturwaldreservat mit 86ha Fläche. Es ist der höchstgelegene reine Arvenwald Europas auf einer durchschnittlichen Höhe von 2200m.
Der Wald kann sich hier frei entwickeln, das Fällen von Bäumen erfolgt nicht mehr.

Gegenüber Tamangur befindet sich der 2918m hohe Piz Amalia, welcher, bisher namenlos, 2003 nach der neugeborenen Prinzessin Amalia der Niederlande benannt wurde. Dies auch zur Würdigung der holländischen Gäste.

WANDERN UND ALPEN
Das hintere Tal mit breitem Talkessel und sanften Hängen ist seit jeher Weidegebiet
mit mehreren Alpen. Einzelne Alpen werden nicht mehr bewirtschaftet, wie z.B. die Alp Tablasot.

Das Tal bietet ein immsenses Angebot an Wander- und Bergtouren sowie Gipfelzielen.
Einige davon sind bei den Übergängen oben erwähnt, einige weitere sind:
- ins Val Tavrü und auf den Sattel Mot Tavrü
- auf den Bergwerksberg Mot Madlain
- auf den Piz Mezdi oder Mot dal Gajer (Aufstieg hinter dem Restaurant Crusch Alba)
Sie alle lassen einen eine traumhafte Rundsicht erleben und mit grosser Wahrschein-
lichkeit Wild beobachten.

GALERIE
das Tal und seine Seitentäler